Halbtagsexkursion nach Strausberg am 19.09.2026

 

Unser Halbtagsausflug am 19.9.2026 führte ins Stadtmuseum Strausberg. Herr Herrmann vom Geschichtsverein akanthus begrüßte uns und führte uns sachkundig und kurzweilig durch die Ausstellung und die Geschichte der Stadt Strausberg, im 13. Jahrhundert von deutschen Siedlern an einem alten Handelsweg gegründet. Der Name hat nichts mit dem Vogel Strauß zu tun, sondern ist slawischen Ursprungs als Bezeichnung für Schote „Strutz“, der See, an dem Strausberg errichtet wurde, hat die Form einer Schote.

 

Im weiteren Verlauf ihrer Geschichte war Strausberg eine Ackerbürgerstadt, mit kleinen Handwerksbetrieben, wie Tuchmacherei, seit dem 18. Jahrhundert bis heute Sitz von Militäreinrichtungen und beliebtes Ausflugsziel für Berliner. Der 30jährige Krieg und weitere Kriege haben ihre Spuren in Strausberg hinterlassen. Durch den Bau der Ostbahn Mitte des 19. Jahrhunderts erhält auch Strausberg einen Haltepunkt. Damit kommt der industrielle Fortschritt nach Strausberg, so zum Beispiel in Form einer Knopffabrik. Vor allem aber  entwickelt sich der Fremdenverkehr, die schon benannten Berliner kamen nicht nur zu Tagesausflügen in Scharen, sondern bauten sich auch Häuser und Villen.

 

Die Ausstellung benennt auch ein dunkles Kapitel der Stadtgeschichte, die Herstellung von Kriegsmunition im „Märkischen Walzwerk“, für deren Herstellung auch Frauen aus dem KZ Ravensbrück und Zwangsarbeiter schuften mussten. Von den jüdischen Einwohnern hat nur eine Frau überlebt. Nach Gründung der DDR befand sich als einiges Ministerium das für Nationale Verteidigung außerhalb Berlins in Strausberg sowie eine Garnison der der sowjetischen Armee. Sigmund Jähn war zweimal Ehrenbürger der Stadt Strausberg, einmal zu
DDR-Zeiten und zum zweiten Mal nach 1990.

 

Über all diese Themen und noch viele andere informiert die informativ und anschaulich gestaltete Ausstellung. Wir können einen Besuch sehr empfehlen. Eine gute Erreichbarkeit von Berlin aus ist mit S-Bahn, Straßenbahn oder RB 26 auch gegeben.

 

Unser Vorstandsmitglied Karl-Heinz Gärtner führte uns dann noch zu dem Rest eines Denkmals für Friedrich Ludwig Jahn, das ursprünglich mal vom Biesdorfer Turnverein gestiftet worden war. Davon ist aber nur noch der Stein mit einer sehr verblasten Inschrift vorhanden, der auf dem Hof des Museums lagert.

 

Der Besuch ins Stadtmuseum Strausberg war sehr interessant, wir danken Herr Herrmann für seine Führung durch die Ausstellung und Herrn Gärtner, für die Organisation.

 

Text: Dr. Renate Schilling

Fotos: Andreas Rinner